Strinz-Margarethä (StM) ist der älteste Ortsteil der Gemeinde Hohenstein im Taunus. Er wurde schon im Jahre 1184 erstmals erwähnt und zwar mit dem Ortsnamen "Strentzge Minorem".
Im Nordwesten bildete die Grenze das von der Strinzcepha durchflossene Scheiderthal, wie sein Name angibt, die Scheide (Grenze) zwischen dem Königsgau und Niederlahnau. Die Strinzcepha entsteht aus 2 Bächen beim Dorfe Hennethal von denen der eine von Strinz-Margarethä, der andere aus Strinz-Trinitatis kommt.
Bedeutung von Strinz
Die erste Silbe strintz, strinc, strinz - altdeutsch strine bedeutet: Öde, unbebaut, wüst (raues Klima, magerer Boden). Diese Bezeichnung ist aus der damaligen Zeit heraus zu verstehen, besonders im Vergleich zur Wiesbadener und Frankfurter Gegend, von der aus die Rodungen im Taunus erfolgten (Panrod, Steckenrodt, Naurod usw.)
Übrigens heißt heute noch ein Acker bei Strinz-Margarethä "Zehntfrei" - wohl wegen seiner geringen Bodengüte.
Die zweite Silbe epha = afa ist das keltische Wort für Bach. Danach bedeutet Strinzepha: eine durch eine Einöde fließender Bach.
Bedeutung von Margarethä
Der Beiname Margarethä ist kirchlichen Ursprungs. Die heilige Margarethä war eine der 14 Nothelfer. Jedenfalls war die erste Kirche unseres Dorfes der heiligen Margarethä gewidmet. Demnach hat unser Dorf seinen Namen nach dem Gelände, das der Quellbach der Strinzepha durchfloß und der heiligen Margarethe erhalten.
Weitere Ortsnamensformen
Wohl kaum ein Ortsname hat sich im Laufe der Jahrhunderte so verändert wie der von Strinz-Margarethä. Dies liegt wohl hauptsächlich daran, dass eine Unterscheidung zwischen dem gleichnamigen Strinz (später Trinitatis) her mußte.
Die Entwicklung des Dorfnamens zeigt folgende Aufzählung auf:
1184 Strentzge minorem 1300 Strinzcepha, Strinziche, Strinzeche oder Strinzege 1400 in minore Strinziphi 1442 Knyppe Strintzige (nach dem damaligen Schultheiß Knyp) 1444 in Knippen Strincze 1446 senten Margarethen Strincze 1449 in Strincz Knyp 1459 Strincz da Knipp 1465 sant Margarethen Strinz 1483 Furderstryntz 1500 Margarethenstrenz 1521 Strintz Margarethe 1653 Strinz Margaretha 1972 Strinzmargarethä
Hinter- oder Vorderstrinz?
Ehe im 15. Jahrhundert die Kirchenpatronen zur Kennzeichnung herangezogen wurden, unterscheiden sich beide Dörfer, gemeint sind Strinz-Margarethä und Strinz-Trinitatis, als major-, minor-, Hinter-, Vorder-, Ober-, Groß-, Klein- und Holenstrinz. Das gelegentlich zusammen mit Holenstrinz auftretende Hinterstrinz ist als Strinz-Trinitatis anzusprechen, wenn auch heute die Mundart sich meist der umgekehrten Version bedient. Von Bleidenstadt aus gesehen liegt Strinz-Margarethä vor Strinz-Trinitatis und ist das eigentliche Vorderstrinz.
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